{"id":1064,"date":"2025-03-03T16:30:00","date_gmt":"2025-03-03T15:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beratungaufdenpunkt.de\/?p=1064"},"modified":"2026-05-01T11:14:13","modified_gmt":"2026-05-01T09:14:13","slug":"erfolgreiche-unternehmen-stabilisieren-die-demokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beratungaufdenpunkt.de\/en\/erfolgreiche-unternehmen-stabilisieren-die-demokratie\/","title":{"rendered":"Erfolgreiche Unternehmen <br> stabilisieren die Demokratie"},"content":{"rendered":"<p>&#8212; CHATBOT_CONTENT &#8212;<\/p>\n<p>AUSZUG<br \/>\n&#8222;Das Grundproblem moderner Gesellschaft ist, dass sie mehr Differenz erzeugt als es die Idee der kollektiven Willensbildung vertr\u00e4gt.&#8220; Diese Feststellung von Armin Nassehi f\u00fchrt uns auf direktem Weg zu den aktuellen Wahlerfolgen der Populisten in Europa und der westlichen Welt. Gleichzeitig verweist sie auf eine immer schon wichtige Funktion von privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen: Wirtschaft als Arena, in der durch gemeinsame Arbeit eine Konvergenz entsteht. Unternehmen stabilisieren die Demokratie, so lange sie wirtschaftlich erfolgreich sind \u2013 gerade weil sie sich anderer Mechanismen als Staaten bedienen, um die beiden relevanten Fragen zu kl\u00e4ren: \u201eWer entscheidet?\u201c und \u201eWas wird entschieden?\u201c<br \/>\nWas erwarten Menschen, die auch in Zukunft in einer Gesellschaft leben wollen, die Zugeh\u00f6rigkeit und kollektiv bindende Entscheidungen erm\u00f6glicht, von sich und ihren Unternehmen?<br \/>\nDarum ging es im Februar-Barcamp #transformatioNpractice. Der Umgang mit den aktuellen Angriffen auf die Demokratie ist in den Unternehmen sehr unterschiedlich. Umso spannender war der Austausch. Eben #transformatioNpractice.<\/p>\n<p>INHALT<br \/>\nDemokratie, so Armin Nassehi*, hat den Anspruch ein Repr\u00e4sentations- und ein Entscheidungsproblem zu l\u00f6sen. Beide Funktionen sind aktuell gest\u00f6rt. Immer mehr Menschen f\u00fchlen sich nicht mehr geh\u00f6rt und verstanden von \u201edenen da oben\u201c. Immer h\u00e4ufiger werden Entscheidungen getroffen (oder auch nicht), ohne dass die damit verbundenen Erwartungen erf\u00fcllt werden. Demokratie \u201eliefert\u201c nicht mehr, und damit ist der Tausch Loyalit\u00e4t gegen Probleml\u00f6sung aufgehoben.<br \/>\nSt\u00f6rungen haben Vorrang.<br \/>\nUnd das bedeutet: Anstatt immer lauter, schneller und vereinfachend irgendwas zu versprechen, und die oben genannte Dysfunktionalit\u00e4t damit immer und immer wieder anzukurbeln, hei\u00dft es jetzt, neue Repr\u00e4sentationsformen auszuprobieren, die vielleicht sogar bessere, aber auf alle F\u00e4lle legitime und legitimiertere Entscheidungen produzieren, als das aktuell der Fall ist. Es geht aktuell darum, aus der Dichotomie \u201eentweder ich oder Du\u201c ein \u201edurch Mich ein Wir\u201c zu leben.<br \/>\nWelche Rolle k\u00f6nnen wir als Mitarbeitende, Beratende, F\u00fchrende in Unternehmen hier spielen?<br \/>\nGrundlage sind wir selbst. Was trage ich zum Erfolg meines Teams, meines Bereichs, meines Unternehmens bei? Wie gehe ich mit Verletzungen demokratischer und kooperativer Grundwerte um \u2013 wegschauen, zur\u00fcckhauen oder konstruktiv kl\u00e4ren? Hier braucht es allt\u00e4gliches Engagement, Aufmerksamkeit und Mut von uns allen, an allen unseren Arbeitspl\u00e4tzen.<br \/>\nBesondere Verantwortung haben dabei diejenigen, die qua Rolle die unterschiedlichen Ebenen der Macht darstellen: Egal ob operative F\u00fchrungskraft oder C-Level. Hier kommt zum Erstgenannten die Vorbildfunktion. Egal, ob ich nach House &amp; Mitchell** direktiv, unterst\u00fctzend, partizipativ oder leistungsfordernd f\u00fchre \u2013 respektiere ich meine Gegen\u00fcber? Oder verwechsle ich die Macht, die ich qua Position habe, mit dem Recht, dem anderen die Stimme zu verbieten? F\u00fchrungskr\u00e4fte werden in Unternehmen vor allem daf\u00fcr gebraucht, Ausrichtung und Zugeh\u00f6rigkeit zu orchestrieren. Obwohl die allermeisten Unternehmen nicht demokratisch verfasst sind, kann man auch in ihnen basierend auf demokratischen Werten f\u00fchren, was nichts anderes bedeutet als:<\/p>\n<p>Zugeh\u00f6rigkeit trotz Verschiedenheit und<br \/>\nkollektiv bindende Entscheidungen trotz Partikularinteressen<\/p>\n<p>zu schaffen. Wenn die CEOs von Siemens, Mercedes-Benz und Deutscher Bank f\u00fcr die Demokratie einstehen, dann ist das ein klarer Leuchtturm f\u00fcr viele hunderttausend Besch\u00e4ftigte in der Welt. Wenn ihnen das alle Inhaber von Handwerksbetrieben in Deutschland nachmachten, w\u00e4re die Besch\u00e4ftigtenzahl laut Statistischem Bundesamt 2024 \u00fcbrigens 5,4 Millionen!<br \/>\n\u00c4hnlich relevant wie die F\u00fchrungsrollen sind alle unternehmerischen Funktionen, die im Unternehmen nur deshalb existieren, weil Kooperationszusammenh\u00e4nge ab einer bestimmten Gr\u00f6\u00dfe Prozesse, Strukturen und Institutionen brauchen, welche die oben genannten Inhaber von kleinen Handwerksbetrieben mitmachen: Kommunikation, Business Excellence, Compliance, Organisation &amp; Personal und die betriebliche Interessenvertretung fallen einem direkt ein, mitsamt der an ihnen h\u00e4ngenden Dienstleister.<br \/>\nBeispielhaft: Es macht einen enormen Unterschied f\u00fcr die freiheitlich-demokratische Grundordnung, dass Unternehmen sich in einseitigen Anzeigen f\u00fcr #zusammenland aussprechen. Jede Lean Management Praxis im Unternehmen schafft (sofern es ernst gemeint ist) mit der konsequenten Eigenverantwortlichkeit und Mitgestaltung aller am Prozess Beteiligten eine Grundlage f\u00fcr demokratisch fundierte Kooperation. Compliance kann man als \u201esich an die Regeln halten m\u00fcssen\u201c interpretieren oder an die Regeln halten wollen. Organisationsentwicklung kann ich mir von au\u00dfen einkaufen (\u00e0 propos: kann ich nicht) oder dem Unternehmen zum Beispiel mit den Liberating Structures selbst zumuten und zutrauen. Personalabteilungen schaffen Angebote, um die Zusammenarbeit im Betrieb zu st\u00e4rken \u2013 ideal f\u00fcr ein gleichzeitiges Demokratie-Upskilling. Jede betriebliche Mitbestimmung ist demokratief\u00f6rderlich, umso ernster sollten die \u00fcber das Betriebsverfassungsgesetz legitimierten Gremien sich dieser Aufgabe stellen: Demokratie sch\u00fctzen, Grundwerte st\u00e4rken.<br \/>\nDemokratie-Weiterentwicklung durch Unternehmen hat viele Facetten.<br \/>\nAber viel wichtiger noch: Grundbedingung f\u00fcr unsere Demokratie heute und morgen ist ein Miteinander. Hinterfragen, nachfragen, zuh\u00f6ren, Perspektiven wechseln. Auch wenn wir uns nicht einig sind. Raus aus unseren Blasen, egal ob auf social media oder in der wirklichen Welt. Raus aus unseren Komfortzonen, egal ob in Form des Home Office oder in Gestalt unseres Expertentums.<br \/>\nLeute, es wird anstrengend. Aber das ist so, wenn sich soziale Formen ver\u00e4ndern.<br \/>\n\u00a0<br \/>\n\u00a0<br \/>\n* Armin Nassehi: Gesellschaftliche Grundbegriffe. Ein Glossar der \u00f6ffentlichen Rede (2023)<br \/>\n** R.J. House &amp; R.R. Mitchell: Path-Goal Theory of Leadership in Journal of Contemporary Business (1974)<\/p>\n<p>&#8212; END_CHATBOT_CONTENT &#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8212; CHATBOT_CONTENT &#8212; AUSZUG &#8222;Das Grundproblem moderner Gesellschaft ist, dass sie mehr Differenz erzeugt als es die Idee der kollektiven Willensbildung vertr\u00e4gt.&#8220; Diese Feststellung von Armin Nassehi f\u00fchrt uns auf direktem Weg zu den aktuellen Wahlerfolgen der Populisten in Europa und der westlichen Welt. 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