{"id":1242,"date":"2026-10-02T15:45:18","date_gmt":"2026-10-02T13:45:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beratungaufdenpunkt.de\/?p=1242"},"modified":"2026-10-02T15:49:47","modified_gmt":"2026-10-02T13:49:47","slug":"demokratie-braucht-minderheitentransformation-auch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beratungaufdenpunkt.de\/en\/demokratie-braucht-minderheitentransformation-auch\/","title":{"rendered":"Demokratie braucht Minderheiten,<br>Transformation auch"},"content":{"rendered":"<p>&#8212; CHATBOT_CONTENT &#8212;<\/p>\n<p>AUSZUG<br \/>\nWer sich intensiv mit Transformationsdynamiken erfasst, trifft immer wieder auf relevante Spannungsfelder, die auf den ersten Blick irritieren. Im Interview mit der Professorin und ehemaligen Richterin am Bundesverfassungsgericht #Gabriele Britz, das die S\u00fcddeutsche Zeitung anl\u00e4sslich des 75-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums des Bundesverfassungsgerichts gef\u00fchrt hat, ist ein solches Spannungsfeld sehr klug beschrieben:<br \/>\nMinderheiten sind dazu da, die Mehrheitsposition weiterzuentwickeln.<br \/>\nAngesichts des aktuell angstgetriebenen Umgangs mit extremen politischen Positionen, empfehle ich diese Lekt\u00fcre \u2013 auch als Impuls zum Thema #transformatioNpractice<\/p>\n<p>INHALT<br \/>\nArmin Nassehi, Professor der Soziologie an der LMU M\u00fcnchen, hat sich in seinem 2023 ver\u00f6ffentlichten Werk \u00fcber \u201eGesellschaftliche Grundbegriffe \u2013 Ein Glossar der \u00f6ffentlichen Rede\u201c bereits im ersten Kapitel mit der Demokratie befasst. Genau wie Gabriele Britz beschreibt und erkl\u00e4rt er, warum Spannungen inh\u00e4renter Bestandteil demokratischer Ordnungen sind. Allein schon der Tatbestand, dass das Volk in dieser politischen Form \u00fcber sich selbst herrscht, bringt eine grundlegende Spannung mit sich:<br \/>\nWir sind gleichzeitig Herrscher und, vermittelt \u00fcber die demokratischen Institutionen, Beherrschte.<br \/>\nDiese Konstellation zieht sich durch alle Herrschaftsstufen, vom Bundeskanzler \u00fcber die B\u00fcrgermeisterin bis zum Erstw\u00e4hler mit seinem passiven Wahlrecht. Armin Nassehi argumentiert analog zu Gabriele Britz, dass die Opposition ausschlaggebend f\u00fcr Demokratien sei. \u201eDer positive Wert der Demokratie ist die Opposition, nicht die Regierung. Regierungen gibt es \u00fcberall. Man kann fast sagen: Regierung ist trivial, wenn man die Macht hat. Herrschaft ist dann ein asymmetrisches Verh\u00e4ltnis zwischen Herrschern und Beherrschten. Nicht trivial ist die Institutionalisierung von Opposition &#8230;\u201c (*Nassehi, S. 34)<br \/>\nEffektive Regierungsarbeit zeigt sich im Umgang mit der Opposition.<br \/>\nAngst, Diffamierung, Ignoranz, Arroganz und auch Mauern sind keine L\u00f6sung. Sie zeigen nur eines: die Regierung ist nicht souver\u00e4n. Konflikte haben eine integrative Wirkung. Aus dieser Perspektive betrachtet, besteht die Aufgabe einer Regierung darin, Konfliktformate f\u00fcr zentrale gesellschaftliche Auseinandersetzungen anzubieten \u2013 und die Konflikte dort auch auszutragen.<br \/>\nZum Schein aufgesetzte Diskurs-, Dialog- oder Beteiligungsformate helfen weder in der Politik noch im Unternehmen. Und f\u00fcr diejenigen, die sich jetzt wundern, warum ich an dieser Stelle keine Unterscheidung zwischen politischen und \u00f6konomischen sozialen Systemen mache: in Transformationszeiten spielt die Musik in der mikropolitischen Arena des Unternehmens.<br \/>\nOrganisation der Vielfalt ist die Kompetenz der Stunde.<br \/>\nWie gelingt Steuerung inmitten einer Transformation, f\u00fcr die charakteristisch ist, dass die L\u00f6sungen von gestern im Heute nicht mehr passen? Wie kann man sich an der Spitze das politische oder auch unternehmerische Entscheidungsmandat erhalten, wenn man keine umfassende Probleml\u00f6sung anzubieten hat oder keine, die auf breite Akzeptanz st\u00f6\u00dft?<br \/>\nZur\u00fcckkommend auf das Interview mit Gabriele Britz in der S\u00fcddeutschen Zeitung vom 28. September 2026: Indem sie die Bedeutung und Konstruktion des Bundesverfassungsgerichts darstellt, beschreibt sie nach meiner Erfahrung zentrale Bedingungen f\u00fcr jede #transformatioNpractice:<\/p>\n<p>Ja zur Weiterentwicklung bei gleichzeitiger Sicherung existentieller Grundlagen<br \/>\nJa zum zeitlich begrenzten Herrschaftsmandat, das alternative Sichtweisen zul\u00e4sst<br \/>\nJa zur Offenheit innerhalb mindestens der grundrechtlich verfassten Schranken<br \/>\nJa zu \u00f6ffnenden Angeboten mit transparenten Spielregeln f\u00fcr alle<br \/>\nJa zu Debatten und Vielfalt bei unbedingtem Schutz der und des Einzelnen<\/p>\n<p>Hier findet sich kein einziges Nein, aber ausreichend Stopp-Schilder, die sich im Verhalten und in den Institutionen widerspiegeln sollten. Wenn Akteure, egal ob in Unternehmen oder Parteien, eines dieser Kriterien negieren, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie das ihnen anvertraute soziale System in die Zukunft f\u00fchren werden.<br \/>\nF\u00fchrung in Transformationszeiten hei\u00dft nicht, alle Antworten zu kennen. F\u00fchrung in Transformationszeiten hei\u00dft, unter Spannung ausreichend Konvergenz herstellen zu k\u00f6nnen.<br \/>\n#transformatioNpractice<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n*Quelle:<br \/>\nArmin Nassehi: \u201eGesellschaftliche Grundbegriffe \u2013 Ein Glossar der \u00f6ffentlichen Rede\u201c (2023)<\/p>\n<p>&#8212; END_CHATBOT_CONTENT &#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8212; CHATBOT_CONTENT &#8212; AUSZUG Wer sich intensiv mit Transformationsdynamiken erfasst, trifft immer wieder auf relevante Spannungsfelder, die auf den ersten Blick irritieren. 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