{"id":905,"date":"2022-01-31T14:01:54","date_gmt":"2022-01-31T13:01:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beratungaufdenpunkt.de\/?p=905"},"modified":"2026-04-29T12:20:21","modified_gmt":"2026-04-29T10:20:21","slug":"gesellschaftliche-transformationen-brauchen-soziologische-perspektiven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beratungaufdenpunkt.de\/en\/gesellschaftliche-transformationen-brauchen-soziologische-perspektiven\/","title":{"rendered":"Gesellschaftliche Transformationen brauchen soziologische Perspektiven"},"content":{"rendered":"<p>&#8212; CHATBOT_CONTENT &#8212;<\/p>\n<p>AUSZUG<br \/>\nAlle sprechen von Transformationen, manche kennen den Unterschied zu Ver\u00e4nderungen und immer mehr tun das Ihrige dazu, damit Mensch und Zukunft auf unserem blauen Planeten zusammengeht. Aber warum passiert immer noch zu wenig? Und zu langsam. Anhand der Agenda 2030 der Vereinten Nationen habe ich mich am 28.1.2022 mit den ersten Entdecker*innen auf den Weg gemacht, die sozioLOGISCHe Perspektive hinter dem SDG1 \u201eKeine Armut\u201c zu erkunden. Wir alle machen Gesellschaft aus und sind deshalb Expert*innen f\u00fcr diese Erkundung. Ein Online-Barcamp war folglich das Mittel der Wahl.<\/p>\n<p>INHALT<br \/>\nDie Unterscheidung zwischen absoluter Armut (existentielle Mangelerscheinung) und relativer Armut (verweist auf den Wohlstand, zu dem das Wenige in Verh\u00e4ltnis gesetzt wird) ist ein wichtiger Einstieg in die soziologische Perspektive. Wenn es in einer Gesellschaft Armut gibt, muss es folgerichtig auch Reichtum geben. Wobei Reichtum Zugang zu materiellen und\/oder kulturellen und\/oder nat\u00fcrlichen Ressourcen bedeutet.<br \/>\nSozioLOGISCH definieren also nicht die Armen \u2013 die bar gesellschaftlich relevanter Ressourcen sind &#8211; welche soziale Funktion Armut hat. Das \u00fcbernehmen Institutionen der Macht, gest\u00fctzt durch ihre Gefolgschaften, also uns alle.<br \/>\nBeispielsweise hat die katholische Kirche bis ins Sp\u00e4tmittelalter daf\u00fcr gesorgt, dass Arme als Kinder Gottes von den Reichen unterst\u00fctzt werden m\u00fcssen, damit diese ihr Seelenheil nicht verlieren. Weil von den ersteren nichts zu holen war, wurden sie auch noch funktionalisiert, damit letztere die S\u00e4ckel der Kirche freiwillig f\u00fcllten. Auch die protestantische Ethik hat nachfolgend an dieser SozioLOGIK angedockt: Diesmal war es allerdings so, dass irdischer Reichtum ein Zeichen daf\u00fcr war, dass man sich Gottes w\u00fcrdig erwiesen hatte. Arme waren also unw\u00fcrdig und wurden in der Konsequenz immer mehr aus der Gesellschaft gedr\u00e4ngt.<br \/>\nImmer sind es die Nicht-Armen, die zugestehen und zuschreiben. Damit sind sie es auch, die an diesen Zugest\u00e4ndnissen und Zuschreibungen etwas \u00e4ndern k\u00f6nnen. \u201eSie\u201c sind wir.<br \/>\nAuf dieser Spur haben die Teilnehmer*innen des ersten sozioLOGISCHen Barcamps eine Stunde lang mitgedacht und weitergedacht:<\/p>\n<p>Bringt uns die Dichotomie \u201eDie Reichen sind die B\u00f6sen\u201c und \u201eDie Guten sind die, die den Reichtum neu verteilen wollen\u201c weiter oder steht sie uns im Weg, wenn wir Armut als gesellschaftliches Defizit angehen wollen?<br \/>\nWenn wir wissen, dass der Zugang zu (Aus)Bildung ausschlaggebend f\u00fcr den Ausstieg aus der Armutsfalle ist, sollte es dann nicht viel mehr Sch\u00fcler- und Azubi Baf\u00f6g geben?<br \/>\nAlle reden aktuell \u00fcber die EU-Taxonomie, aber sind soziale Aspekte darin ausreichend abgebildet? Kann es nachhaltige Anlagen geben ohne soziale Anlagen?<br \/>\nWenn immer mehr Menschen in der Mittelschicht Angst haben m\u00fcssen in die Armut abzurutschen, dann werden sie allein aus dieser Angst heraus das Gestrige verteidigen. Wie bekommen wir Sicherheit als Grundlage von gesellschaftlicher Entwicklung hin?<\/p>\n<p>Danke Barbara und Thomas, Cordelia und Zailang, Meike und Astrid f\u00fcr dieses Ergebnis unseres einst\u00fcndigen miteinander Denkens!<br \/>\nNat\u00fcrlich ist die sozioLOGISCHe Perspektive nicht allumfassend, aber notwendig f\u00fcr das Erfassen der aktuell laufenden gesellschaftlichen Transformationen \u00fcber das Thema Armut hinaus. Sie lenkt den Blick darauf,<\/p>\n<p>welche Werte und Normen unsere Denk- und Handlungskorridore ausmachen,<br \/>\nin welchen sozialen Strukturen und Systemen wir uns bewegen,<br \/>\nwelche Interaktionsmuster dominant sind und<br \/>\nwelche Dynamiken sich gegenseitig verst\u00e4rken oder gegenl\u00e4ufig sind.<\/p>\n<p>Eindeutige Antworten und einfache L\u00f6sungen werden zugunsten von Zusammenh\u00e4ngen vermieden, denn das ist der Schl\u00fcssel zu allen Transformationen: Komplexit\u00e4t anzuerkennen und sich auf sie einzulassen.<br \/>\n#sozioLOGIK ist eine wichtige Perspektive. Wer dabei sein m\u00f6chte, gerne melden.<\/p>\n<p>&#8212; END_CHATBOT_CONTENT &#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8212; CHATBOT_CONTENT &#8212; AUSZUG Alle sprechen von Transformationen, manche kennen den Unterschied zu Ver\u00e4nderungen und immer mehr tun das Ihrige dazu, damit Mensch und Zukunft auf unserem blauen Planeten zusammengeht. 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