{"id":916,"date":"2022-03-01T13:03:27","date_gmt":"2022-03-01T12:03:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beratungaufdenpunkt.de\/?p=916"},"modified":"2026-04-29T12:20:10","modified_gmt":"2026-04-29T10:20:10","slug":"es-gibt-hunger-in-kiew-lusaka-und-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beratungaufdenpunkt.de\/en\/es-gibt-hunger-in-kiew-lusaka-und-berlin\/","title":{"rendered":"Es gibt Hunger in Kiew, Lusaka und Berlin"},"content":{"rendered":"<p>&#8212; CHATBOT_CONTENT &#8212;<\/p>\n<p>AUSZUG<br \/>\nDie Welt schaut auf die Ukraine. Aus Angst und Mitgef\u00fchl. Vitali Klitschko macht auf die zunehmend schlechte Versorgungssituation in Kiew aufmerksam. Viele werden spenden. Gl\u00fccklicherweise. Und dann gibt es da beispielsweise noch den Hunger in Sambia und den Ern\u00e4hrungsmangel in Deutschland:<\/p>\n<p>1,2 Millionen Menschen hungern in Sambia. Die tagesschau nennt das eine \u201evergessene Krise\u201c.<br \/>\nExpert*innen sind sich einig: ALGII reicht nicht aus, dass sich eine Person ab dem 4. Lebensjahr ausgewogen ern\u00e4hren kann.<\/p>\n<p>Wer sich gerade mit der Agenda 2030 besch\u00e4ftigt, ist satt, sitzt in der warmen Stube und hat auch keine Verwandten oder Freunde in der Ukraine. Nichtsdestotrotz: Auch bei den Transformationszielen der Vereinten Nationen geht es um unsere Freiheit von morgen. Egal ob in Kiew, Lusaka oder Berlin.<\/p>\n<p>INHALT<br \/>\nDas zweite sozioLOGISCHe Barcamp hat sich mit dem SDG 2 \u201eKein Hunger\u201c besch\u00e4ftigt. Die Zahl der humanit\u00e4ren Krisen nimmt nicht ab. Jeder Krieg produziert Hunger, auch unsere Art und Weise der Ern\u00e4hrung, der Nahrungsmittelproduktion und -verteilung tut das. Wer Hunger hat, braucht kurzfristig Nahrung. Er oder sie brauchen langfristig aber viel mehr: Ausreichend materielle und soziale Ressourcen, um f\u00fcr sich selbst sorgen zu k\u00f6nnen. Ern\u00e4hrung ist Existenzgrundlage und Teilhabemechanismus in allen Gesellschaften.<br \/>\nStichwort \u201eNutrition Transition\u201c. Das Ph\u00e4nomen, dass es in Entwicklungsl\u00e4ndern in urbanen Regionen teilweise mehr \u00fcbergewichtige als untergewichtige Frauen gibt, irritiert auf den ersten Blick.\u00a0 Auf den zweiten Blick nicht: Das, was Menschen in St\u00e4dten an Nahrungsmitteln kaufen k\u00f6nnen, wird global von wenigen Konzernen produziert und angeboten. Diese Konzerne \u201eunterliegen\u201c einer Wachstumslogik (ja, auch da rauszukommen ist nicht trivial), die in den entwickelten L\u00e4ndern zu Wohlstand und enormem \u00dcberfluss gef\u00fchrt hat. In den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern hat diese Wachstumslogik den meisten lokalen Akteur*innen, die von der Herstellung bzw. dem Handel mit Nahrungsmitteln gelebt haben, ihre Existenz genommen. Auch deshalb mussten sie die l\u00e4ndlichen Gebiete verlassen und haben sich in den Ballungsr\u00e4umen niedergelassen. Dort kaufen sie nun ihre Nahrung ein anstatt sie selbst zu produzieren und passen sich an die Essgewohnheiten dieser neuen Umgebung mit ihrem globalen Ern\u00e4hrungsstil an.<br \/>\nDieser sozioLOGISCHe Aspekt der Ern\u00e4hrung macht sich auch bei uns bemerkbar: Ein moderner \u201eLifestyle\u201c zeichnet sich dadurch, dass wir immer weniger Rohstoffe selbst verarbeiten und Essen immer h\u00e4ufiger eine Nebenfunktionalit\u00e4t in unseren vollen Terminkalendern bekommt. \u201eCoffee to go\u201c und \u201eFoodbox in der Hand\u201c zeigen: Du bist unterwegs, Du bist gefragt, Du bist agil &#8211; und kannst es Dir auch leisten. Nat\u00fcrlich kaufe ich meine Stulle am Bahnhof beim prominent platzierten Biob\u00e4cker. Menschen mit wenig Einkommen tun dasselbe im Untergeschoss beim 1-Euro-Backshop. Dabei ist mein belegtes Vollkornbrot durchaus n\u00e4hrstoffreich. Das mit K\u00e4se \u00fcberbackene Hefest\u00fcck ist einfach nur fett, zuckerhaltig und billig. Menschen ohne Einkommen bekommen im Bahnhof nur etwas zu essen, wenn wir ihnen den \u201eHast De mal nen Euro\u201c schenken. Mit Norbert Elias\u2018 Prozess der Zivilisation weitergedacht, sind vegane Bistrok\u00fcchen und faire Coffeeshops also keine L\u00f6sung f\u00fcr alle, sondern drehen die Ausschluss- und Marginalisierungs-Daumenschrauben nur noch eine Umdrehung weiter.<br \/>\nWas w\u00e4re mit der folgenden disruptiven Idee: Beim gerade laufenden Umbau des Frankfurter Hauptbahnhofs wird gut platziert ein Food-Corner der besonderen Art eingerichtet. Es handelt sich um einen Laden der \u201eTafel\u201c plus einer rudiment\u00e4r ausgestatteten, modernen Mensa, bei der Mahlzeiten aus biologischem, lokalen Anbau gekocht werden. Jede Portion kostet 5 Euro; als Getr\u00e4nke gibt es nur Wasser aus der Leitung. Alle zahlenden G\u00e4ste bezahlen 10 Euro, was dann wieder bedeutet, dass die n\u00e4chste Person mit Frankfurt Ausweis ihr Essen bekommt ohne daf\u00fcr etwas bezahlen zu m\u00fcssen. Wer weder mit Frankfurt Ausweis noch mit Geld bezahlen kann, muss f\u00fcr seine Portion einen anderen Beitrag zum Betrieb leisten, z.B. Tische abr\u00e4umen und abwischen oder den anderen eine sch\u00f6ne Geschichte erz\u00e4hlen. \u00a0Alle G\u00e4ste dieser Mensa werden platziert, damit beim Essen Menschen ins Gespr\u00e4ch kommen, die sonst nie miteinander reden. Dieses Non-profit-Unternehmen ist ein Sozialbetrieb. Die monatliche Miete f\u00fcr den Raum wird aus dem Frankfurter Stadtbudget bezahlt.<br \/>\nHilke, Barbara und Thomas, Cordelia und Zailang, Andrea, James, Meike und Astrid \u2013 habe ich alle Aspekte unseres sozioLOGISCHen Austausches in dieser Idee weitergedacht?<\/p>\n<p>Ern\u00e4hrung bzw. Fehlern\u00e4hrung haben auch bei uns mit der ver\u00e4nderten Situation des Essens zu tun: Essen muss wieder gemeinschaftsstiftend sein!<br \/>\nGeben und Nehmen als Akt der Teilhabe f\u00fcr beide Seiten &#8211; Gebende und Nehmende; ob deren Beziehung hierarchisch ist oder nicht, macht den Unterschied.<br \/>\nGesellschaftliche Subsysteme k\u00f6nnen das Gesamtsystem resilienter machen, gerade weil dort andere Regeln gelten als die Marktlogik.<br \/>\nAbsolute Probleme brauchen kurzfristig, absolute L\u00f6sungen; diese d\u00fcrfen aber den ohne Zweifel notwendigen Transformationsprozess nicht konterkarieren.<\/p>\n<p>Unser monatlicher Austausch zur #sozioLOGIK hinter der Agenda 2030 der Vereinten Nationen vereinfacht nicht, sondern beleuchtet Zusammenh\u00e4nge dieser Transformation: Je mehr soziologische Argumente neben \u00f6konomischen, b\u00fcrokratischen und psychologischen in dieser Welt sind, umso weniger notwendig sind Aktionen, bei denen Menschen ihre Handfl\u00e4chen gegen Lebensmittelverschwendung und f\u00fcr eine Agrarwende mit Sekundenkleber auf Autobahnen kleben.<br \/>\n#sozioLOGIK hei\u00dft Gesellschaft weiterdenken. Wer dabei sein m\u00f6chte, gerne melden.<\/p>\n<p>&#8212; END_CHATBOT_CONTENT &#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8212; CHATBOT_CONTENT &#8212; AUSZUG Die Welt schaut auf die Ukraine. Aus Angst und Mitgef\u00fchl. Vitali Klitschko macht auf die zunehmend schlechte Versorgungssituation in Kiew aufmerksam. Viele werden spenden. Gl\u00fccklicherweise. Und dann gibt es da beispielsweise noch den Hunger in Sambia und den Ern\u00e4hrungsmangel in Deutschland: 1,2 Millionen Menschen hungern in Sambia. 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