{"id":990,"date":"2023-04-24T15:48:42","date_gmt":"2023-04-24T13:48:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beratungaufdenpunkt.de\/?p=990"},"modified":"2026-04-29T12:16:55","modified_gmt":"2026-04-29T10:16:55","slug":"seit-2018-lebt-die-mehrheit-der-weltbevoelkerung-in-staedten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beratungaufdenpunkt.de\/en\/seit-2018-lebt-die-mehrheit-der-weltbevoelkerung-in-staedten\/","title":{"rendered":"Seit 2018 lebt die Mehrheit der <br> Weltbev\u00f6lkerung in St\u00e4dten"},"content":{"rendered":"<p>&#8212; CHATBOT_CONTENT &#8212;<\/p>\n<p>AUSZUG<br \/>\nDie Konsequenz: In den St\u00e4dten wird nach Aussage der Vereinten Nationen 60-80% der weltweit genutzten Energie verbraucht und 75% der frei gesetzten CO2-Emissionen verursacht. Und das, obwohl St\u00e4dte nur ca. 3 Prozent der Erdoberfl\u00e4che einnehmen.<br \/>\nIch finde, das ist eine gute Botschaft!<br \/>\nWenn diese gro\u00dfe Zahl an Menschen die Vorteile einer nachhaltigen Stadt f\u00fcr sich entdecken, dann kann in kurzer Zeit viel erreicht werden. F\u00fcr die Stadt selbst, aber auch f\u00fcr alle abgeleiteten Strukturen, die seit der Industrialisierung mit der Stadt verbunden sind: Handel und Logistik, Produktions- und Reproduktionssph\u00e4re, Informations- und Kapitalfl\u00fcsse.<br \/>\nBei unserem letzten sozioLOGISCHen barcamp, diesmal zum SDG11, hat bereits die Eingangsfrage verdeutlicht, dass das Leitbild einer nachhaltige Stadt keine pure Vision mehr ist, sondern sich viele St\u00e4dte bereits auf den Weg gemacht haben. Die H\u00e4lfte der Teilnehmenden hat auf die Frage \u201eWelche der St\u00e4dte, in denen Ihr schon einmal ward, kommt aus Eurer Sicht dem Leitbild der nachhaltigen Stadt am n\u00e4chsten?\u201c die Antwort \u201eKopenhagen\u201c gegeben.<br \/>\nAuch wenn die meisten bei Kopenhagen an jede Menge Radwege denken, ist das zu kurz gedacht und gehandelt. Gerade am Beispiel Kopenhagens kann man sehen, dass Transformationen immer mehr als einen Handlungsstrang brauchen \u2013 egal ob in der Stadt oder im Betrieb.<br \/>\nSozioLOGISCHe Perspektiven sind genau dadurch gekennzeichnet: Es wird nichts vereinfacht und pseudo-kausalisiert. Stattdessen erarbeitet man sich Einblicke durch Zusammenh\u00e4nge, die oft \u00fcber den jeweiligen Gegenstand der Betrachtung hinaus relevant sind. Wer dazu Lust hat, kann beim n\u00e4chsten sozioLOGISCHen barcamp am 28.4. gerne mitmachen. Anmeldung gen\u00fcgt.<br \/>\nWer mehr \u00fcber die Aktionsfelder von Nachhaltigkeit in Kopenhagen wissen m\u00f6chte und was Saskia Sassens\u2018 Konzept der \u201eGlobal City\u201c f\u00fcr die Nachhaltigkeitsbem\u00fchungen bedeuten k\u00f6nnte, sollte hier<\/p>\n<p>INHALT<br \/>\nDie ersten St\u00e4dte waren vor allem Marktpl\u00e4tze. Zun\u00e4chst f\u00fcr G\u00fcter und Informationen, sp\u00e4ter auch f\u00fcr Kapital. Saskia Sassen hat in den 1980er Jahren das Ph\u00e4nomen der \u201eGlobal Cities\u201c (bei Sassen: London, New York, Tokio) untersucht. Ihre zentrale These war, dass die Nationalstaaten durch die Dominanz des globalen Austauschs von Kapital und Information ihrer Handlungsf\u00e4higkeit beraubt werden.<br \/>\nWas sie damals beobachtete, k\u00f6nnte heute als wichtiger Hebel zur Transformation unseres dysfunktionalen Lebens- und Wirtschaftsstils dienen: Die einzelnen Global Cities haben miteinander mehr zu tun und mehr \u00c4hnlichkeiten als jede einzelne mit ihrem jeweiligen nationalen Umfeld. Sie bilden eine Plattform f\u00fcr die Ansiedlung von Unternehmenszentralen, IT-, Wirtschafts- und Kapitalmarktdienstleistern und ziehen entsprechenden High Professionals auf der einen und die von ihnen outgesourcten Reproduktionsarbeiter*innen (Putzen, Kochen, G\u00e4rtnern, K\u00fcmmern) auf der anderen Seite an. Was Sassen und die darauf aufbauenden Forscher*innen untersuchten, n\u00e4mlich die selbstverst\u00e4rkende Wirkung dieser Plattform, sollten wir uns nun zu Nutzen machen.<br \/>\nW\u00e4ren die Global Cities in der Lage, den Rest der Welt in eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise zu f\u00fchren?<br \/>\nEin Gedankenexperiment auf der Basis der Erfahrungen von Kopenhagen:<\/p>\n<p>Seit 1970 hat die Stadt in ihre Radinfrastruktur investiert. 2012 wurde die st\u00e4dtische Rad-Strategie \u00fcberarbeitet mit dem Ziel, dass bis 2025 50% aller Pendlerstrecken in Kopenhagen mit dem Rad zur\u00fcckgelegt werden und die Zahl der schweren Unf\u00e4lle um 70% reduziert wird. 2014 wurde das Ziel mit 45% Rad-Pendelanteil bereits fast erreicht. Erfolgstreiber waren ein 350 km langes sicheres und baulich au\u00dferordentliches Radwegenetz, die M\u00f6glichkeit das Rad mit dem \u00d6PNV zu transportieren und prominente Radel-Vorbilder aus der Stadtregierung und dem K\u00f6nigshaus. 2016 wurde ein smartes Verkehrsleitsystem installiert, dass dem Rad- und Busverkehr Vorfahrt einr\u00e4umt.Was w\u00e4re, wenn High Potentials zuk\u00fcnftig nur noch an solchen Orten arbeiten wollten, an denen sie als Rad fahrende Pendler*innen Vorfahrt h\u00e4tten?&nbsp;<br \/>\nDie Stadtpolitik Kopenhagens hat 2015 aufgrund der prognostizierten Zunahme von St\u00fcrmen und Starkregen entschieden, die st\u00e4dtischen Gr\u00fcnanlagen und Wasserinfrastruktur \u00fcber die n\u00e4chsten 20 Jahre aus- und umzubauen \u2013 zum Vorteil der Umwelt, der Bewohnerschaft, des Budgets und der Gesundheit.Was w\u00e4re, wenn Betriebe ihre neuen Arbeitsst\u00e4tten nur noch dort betrieben oder neu er\u00f6ffneten, wo sie geringe Risiken durch Sturm- und Starkregensch\u00e4den bef\u00fcrchten m\u00fcssen \u2013 egal ob auf dem Land oder in der Stadt?&nbsp;<br \/>\nUm das Ziel einer CO2-neutralen W\u00e4rmeversorgung zu erreichen, hat die Kopenhagener Stadtpolitik entschieden, alte Kohlekraftwerke auf Pellets umzustellen und gro\u00dfe W\u00e4rmepumpen zu testen, die Abw\u00e4rme aus Brauchwasser, Industrie und Geothermie nutzen. 2025 wird die Stadt ihr Ziel erreicht und eines der gr\u00f6\u00dften Nahw\u00e4rmenetze der Welt in Betrieb haben zum Vorteil der Umwelt und der Gesundheit und gleichzeitiger Schaffung von lokalen Arbeitspl\u00e4tzen.Was w\u00e4re, wenn Baurecht f\u00fcr neue Arbeitsst\u00e4tten nur noch f\u00fcr CO2-neutrale Geb\u00e4ude erteilt w\u00fcrde, egal ob auf dem Land oder in der Stadt?&nbsp;<br \/>\n2016 hat die Kopenhagen zusammen mit dem Land D\u00e4nemark die Logik hinter den Wasserpreisen neugestaltet: Um die Vorsorge f\u00fcr Sturm- und Starkregensch\u00e4den finanzieren zu k\u00f6nnen, wurden sie in die Wassersteuer eingerechnet, d.h. zusammen mit den Versicherungen wurden Anreize geschaffen, damit es sich auch f\u00fcr private Grundbesitzer rechnet, in Ma\u00dfnahmen der Klimaanpassung zu investieren.Was w\u00e4re, wenn die H\u00f6he der Gewerbesteuer zuk\u00fcnftig mit dem Wasserkonsum des Gewerbes gekoppelt w\u00fcrde?&nbsp;<br \/>\nDie Stadtverwaltung hat eine digitale Bewirtschaftung ihrer Infrastrukturen (Energie, Wasser, W\u00e4rme) eingef\u00fchrt, d.h. nun k\u00f6nnen St\u00f6rungen zeitnah bemerkt und entst\u00f6rt werden. 2016 hat dies dazu gef\u00fchrt, dass 30 Millionen Liter Grundwasser, 6.500 MWh W\u00e4rme und 1.345 MWh Strom gespart wurden.Was w\u00e4re, wenn es wie ein freiwilliges soziales Jahr auch ein freiwilliges digitales Jahr in gro\u00dfen St\u00e4dten dieser Welt g\u00e4be, damit diese St\u00e4dte schnellstm\u00f6glich digitalisiert bewirtschaftet werden k\u00f6nnen? Gleichzeitig w\u00fcrden so die digitalen Grundkompetenzen ausgebaut und wichtige Skills f\u00fcr den Arbeitsmarkt 4.0 geschaffen.&nbsp;<br \/>\nKopenhagen m\u00f6chte bis 2024 70% seines M\u00fclls \u00fcber die Einf\u00fchrung einer Kreislaufwirtschaft einsparen. Das soll durch den Ausbau der M\u00fclltrennung, Anreize f\u00fcr Wiederverwendungs- oder R\u00fcckgabesysteme und Plattformen f\u00fcr technologische Innovationen gelingen.Was w\u00e4re, wenn staatliche Subventionen f\u00fcr \u00f6ffentliche und betriebliche Akteure verpflichtend an die Erreichung von Abfallreduktionszielen gebunden w\u00e4ren?<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\nEgal ob im Betrieb oder in der Stadt, Transformationen brauchen erstens Akteure, die mit offenen Augen sehen wollen, was kommt. Es braucht zweitens eine Entscheidung f\u00fcr Ziele, die messbar sind und einen Plan, wie man ihnen Schritt f\u00fcr Schritt n\u00e4herkommt. Drittens braucht es dazu passende Spielregeln, die konsequent angewendet werden, was auch bedeutet, dass die eine oder andere bisherige Spielregel konsequent entsorgt werden muss.<br \/>\nSt\u00e4dte k\u00f6nnen nicht nur die Skalierungserfolge erreichen, die wir f\u00fcr eine Verlangsamung der Erderw\u00e4rmung brauchen, sie bieten auch notwendige Resonanzr\u00e4ume f\u00fcr unsere neuen Maximen zum Leben in der Stadt: Lieber Gr\u00fcnr\u00e4ume statt Parkpl\u00e4tze. Sich h\u00e4ufiger selbst bewegen, statt automobil im Stau stehen. Innenst\u00e4dten prim\u00e4r zum Bewohnen anstatt als Kulisse zum Shoppen.<br \/>\nUtopie? 2017 haben Kopenhagen und New York die Initiative Cities100: angeschoben, in der St\u00e4dte ihre Ver\u00e4nderungsans\u00e4tze in den Feldern Energie, Abfall, Verkehr, Anpassung und Verringerung von Klimawandelfolgen austauschen. Die St\u00e4dte haben immer wieder eine wichtige Rolle bei gesellschaftlichen Transformationen gespielt. Sie bieten auch diesmal wieder eine naheliegende, weil realistische und effektive Option. Nutzen wir sie!<\/p>\n<p>&#8212; END_CHATBOT_CONTENT &#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8212; CHATBOT_CONTENT &#8212; AUSZUG Die Konsequenz: In den St\u00e4dten wird nach Aussage der Vereinten Nationen 60-80% der weltweit genutzten Energie verbraucht und 75% der frei gesetzten CO2-Emissionen verursacht. Und das, obwohl St\u00e4dte nur ca. 3 Prozent der Erdoberfl\u00e4che einnehmen. Ich finde, das ist eine gute Botschaft! 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